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vendredi 12 décembre 2014 / Catégories: Langues, Allemand

Kooperatives Lernen und Arbeiten als Ausgangspunkt für kompetenzorientierten Unterricht im Fach Deutsch auf einer 5e

Cindy Schanck

In diesem Sinne setzt sich die Arbeit in einem ersten Schritt mit der Theorie zur konstruktivistischen Didaktik, vor allem der systemisch-konstruktivistischen Pädagogik wie sie von Kersten Reich vertreten wird, und damit verbundenen konstruktiven
Methoden auseinander. Die Vertreter eines interaktionistischen Konstruktivismus gehen davon aus, dass der Aufbau von Wissen und der Erwerb von Kompetenzen sowohl ein aktiver als auch ein konstruktiver Prozess in einem sozialen System ist. In diesem Sinne untersucht die Arbeit in ihrem praktischen Teil, inwiefern große, handlungsorientierte Methoden wie das „Kooperative Lernen und Arbeiten“ sowie das „Situierte Lernen“ einen kompetenzorientierten Unterricht im Fach Deutsch unterstützen und fördern können, in dem die Schüler eigenständig das notwendige Wissen aufbauen und anwenden, sowie das eigenverantwortliche Lernen gefördert
wird, wie es insbesondere auch die höheren Klassenstufen (4e bis 1ère) verlangen. Der praktische Teil der Arbeit gliedert sich in vier Phase, die in ihren Anforderungen an die Schüler steigernd angelegt sind. Zunächst erfolgt einer Einführung in das Konzept des Kooperativen Lernens sowie in die hierfür notwendigen Sozialkompetenzen. Die ersten drei Phasen dienen der Festigung der sozialen Kompetenzen der Schüler sowie der Vorgehensweise beim Kooperativen Lernen und bereiten somit die abschließende vierte Phase vor, die mit dem „Jigsaw“ die Königsmethode des Kooperativen Lernens und Arbeitens erprobt. Das Projekt wird anhand der Schülerarbeiten sowie der im Anschluss an jede Phase erfolgten Reflexionen ausgewertet. Die Schüler zeigten sich offen für das Kooperative Lernen und Arbeiten und waren begeistert, doch konnte kein großer Leistungszuwachs beziehungsweise keine überragende Kompetenzerweiterung verzeichnet werden. Es wurde deutlich, dass die Schüler zwar theoretisch um die Bedeutung eines aktiven und eigenverantwortlichen Lernens und Arbeitens wussten, dies allerdings in ihrem praktischen Handeln im Schulalltag überwiegend kaum umsetzen konnten. Gute und fleißige Schüler erzielten auch mit Hilfe des Kooperativen Lernens und
Arbeitens gute Resultate, während vor allem lernfaule Schüler immer noch nicht mehr arbeiteten. Es wurde deutlich, dass das individuelle Arbeiten und Lernen zu Hause nicht zu unterschätzen ist und die Methoden die Lehrkraft in eine große Abhängigkeit
zu den Schülern bringen. Kurzfristig sind sicherlich keine „Wunder“ vom Kooperativen Lernen und Arbeiten zu erwarten und es bedarf einer langfristigen interdisziplinären Umsetzung des Unterrichtskonzepts, um die Arbeitshaltung der Schüler langfristig beeinflussen zu können. Des Weiteren begünstigen die Rahmenbedingungen wie die Länge der Unterrichtsstunden, die Klassenräume und die Fülle der Klassencurricula keineswegs ein Kooperatives Lernen und Arbeiten. Demnach fällt das Fazit der Arbeit trotz des großen Zeit- und Arbeitsaufwandes für die Lehrkraft und die Schüler ernüchternd aus.

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