Kunstmärchen im Kontext des Epochenumbruchs um 1800

by Lang Laurent

mardi 7 août 2018/Catégories: Travail de candidature, Allemand

Im Zentrum dieser Arbeit stehen Goethes Das Märchen, das die Novelle Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten beendet, Novalis‘ Klingsohr-Märchen, Tiecks Der blonde Eckbert sowie Der Runenberg und E.T.A. Hoffmanns Der goldne Topf. Diese Werke sind alle jeweils Stellvertreter einer neuen Art von Märchen, welche in einem engen Zusammenhang mit den sozialen und politischen Folgen des Epochenumbruchs um 1800 stehen. So beschäftigte die Französische Revolution mit ihrer Radikalität nicht nur Goethe, sondern auch andere Autoren. Dieser politische Hintergrund spiegelt sich auf unterschiedliche Art und Weise in ihren Werken wider. Angesichts dieser Erkenntnis ist die Frage nach der Absicht der eben genannten Werke mit ihren Kunstmärchen unvermeidlich. Besteht die Intention vor allem darin, eine utopische Vision als alternative, bessere Welt zu postulieren oder die Realität nur kritisch darzustellen, indem die Autoren der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten?
Um die Thematik allumfassend erläutern zu können, ist eine systematische Vorgehensweise vonnöten, die sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die Arbeit an den Primärtexten voraussetzt. Mithilfe eines textorientierten Ansatzes soll werkimmanent herausgearbeitet werden, wie sich die verschiedenen Bewegungen und Tendenzen auf die Autoren der oben zitierten Kunstmärchen ausgewirkt haben. Dabei muss zuerst die Bedeutung des Begriffes „Kunstmärchen“ im Vergleich zum „Volksmärchen“ geklärt werden, ehe die soziale und politische Situation im Hinblick auf die literarische Verarbeitung respektive Fiktionalität untersucht wird. Demnach ist die Philosophie des Idealismus und der Romantik für das Gesamtverständnis relevant. In einem weiteren Schritt wird der Begriff „Utopie“ herangezogen, um die literaturwissenschaftliche Analyse zu vertiefen. Schließlich werden Goethes, Novalis‘, Tiecks und E.T.A. Hoffmanns Werke in Verbindung mit den oben genannten Kriterien analysiert. Diesbezüglich wird viel Wert auf die Symbolik und die rhetorischen Mittel gelegt, die bei den vier erwähnten Autoren teilweise sehr unterschiedlich sind und welche der Leserschaft die literaturphilosophischen Weltanschauungen der Schriftsteller verdeutlichen.

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