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lundi 31 janvier 2022 / Catégories: Sciences humaines et sociales, Histoire

Film und Fiktion im Geschichtsunterricht

Isabelle Schwartz

Im Laufe der letzten Jahre bin ich mir bewusst geworden, dass Methodenvielfalt ein wichtiges Kriterium für einen gelungenen Unterricht darstellt. Zusätzlich habe ich mehrmals die Erfahrung gemacht, dass der Zweite Weltkrieg bei den Jugendlichen prinzipiell auf großes Interesse stößt, sodass mir im Oktober 2015 relativ schnell klar war, dass der zu dieser Zeit in die Kinos kommende Film Eng nei Zäit. Kann e Land seng Zukunft op Ligen opbauen? auch einen Weg in die Klassenräume unseres Landes finden sollte. Dies war mir umso wichtiger, da ich prinzipiell der Meinung bin, dass die luxemburgische Geschichte in unserem Schulsystem zu kurz kommt. Mein Projekt – die Kreation einer fiktiven Figur, die im Kontext der Luxemburger Fiktionen Eng nei Zäit oder Heemwéi. Eng Odyssee gelebt haben könnte sowie die anschließende Erstellung eines Tagebuches – sollte demnach den beiden „onzièmes jeunes adultes“ des Lycée Ecole de Commerce et de Gestion einen historischen Bezug zur (nationalen) Geschichte vermitteln. Allerdings sollte es sich nicht hierauf beschränken, denn in einer Gesellschaft, in der das visuelle Medium omnipräsent ist, scheint es mir wichtiger denn je, dass die Heranwachsenden ein kritisches Bewusstsein bezüglich medialer Informationen entwickeln. Um die Jugendlichen auf die Verfassung des Tagebuches vorzubereiten, wurden sie natürlich dank diverser Methoden über die Geschehnisse während des Zweiten Weltkrieges in Luxemburg informiert. Hierzu dienten unter anderem die Analyse des Dokumentarfilms Heim ins Reich. Wéi Lëtzebuerg sollt preisesch ginn, die Besichtigung der Ausstellung Between Shade and Darkness. Le sort des Juifs du Luxembourg de 1940 à 1945 sowie des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof im Elsass, aber auch die Lektüre diverser Auszüge aus Autobiographien KZ-Überlebender und der Zeitzeugenbericht von Gerd Klestadt. Natürlich wurden auch Eng nei Zäit und Heemwéi gemeinsam in der Klasse besprochen. Neben der Tatsache, dass die jungen Leute der Vergangenheit des Landes, in dem sie leben, ein Stück näher gekommen sind, haben sie vor allem durch die Begegnung mit Gerd Klestadt auch verstanden, dass der Zweite Weltkrieg nicht in Vergessenheit geraten darf. Des Weiteren wurde an das Verantwortungsgefühl der Jugendlichen appelliert – sie mussten einen Kameraden bewerten – und sie wurden mittels einer Autoevaluation dazu angehalten einen kritischen Blick auf ihre eigene Arbeit zu werfen, was der persönlichen Entwicklung nur zugute kommen kann.

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