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Travaux de candidature

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mercredi 26 janvier 2022 / Catégories: Langues, Allemand

Erprobung unterschiedlicher Methoden des „Wechselseitigen Lehrens und Lernens“ (WELL) im Grammatik- und Literaturunterricht der Unterstufe

Schütte-Lessing Barbara

Im Rahmen des Travail de candidature wurden folgende vier Methoden nach dem kooperativen Lernansatz des wechselseitigen Lehrens und Lernens (WELL) erprobt: das Partnerpuzzle, das Partnerinterview, die Strukturierte Kontroverse und das Lerntempoduett. Sie wurden in zwei Klassen der Unterstufe sowohl im Grammatik- als auch im Literaturunterricht über den Zeitraum von jeweils einem Trimester eingesetzt.

Vorrangiges Ziel war, mithilfe der ausgewählten Methoden ausnahmslos alle Schüler zu aktivieren und sie an ein selbstständiges und eigenverantwortliches Arbeiten heranzuführen. Dazu boten sich die WELL-Methoden an. Sie basieren darauf, dass sich die Schüler zunächst selbstständig (neuen), komplementär aufgeteilten Lernstoff aneignen und diesen anschließend an ihren Partner vermitteln, so dass sie in dieser Vermittlungsphase mal die Lehrer- und mal die Lernerrolle einnehmen. Dahinter steckt die Idee, dass nur derjenige, der selbst einen Lerngegenstand wirklich verstanden hat, diesen einem anderen Mitschüler auch erklären und begreiflich machen kann.

Voraussetzung dafür ist, dass die Lerninhalte zuvor in angemessenem Umfang und mit adäquatem Anforderungsniveau strukturiert und aufbereitet werden. Nur so werden die Schüler in die Lage versetzt, das anvisierte Wissen bzw. die angestrebten Fertigkeiten zu erwerben.

Ein weiteres Ziel bestand darin, durch den Einsatz von WELL-Methoden soziale Kompetenzen zu fördern. Dazu gehören Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten, zumal die Schüler mit ihren wechselnden Partnern nach diesem didaktischen Ansatz stets gleichberechtigt interagieren.

Zwar konnte nicht empirisch und repräsentativ geforscht werden, jedoch mag der insgesamt überaus positive Befund Aussagen zu Standardsituationen des Unterrichts zulassen: Die Schülerbeteiligung lag signifikant höher als im normalen Unterrichtsalltag. Da jeder Schüler für einen Teil des Gemeinschaftsergebnisses die Verantwortung trug, konnte sich kein Schüler dem Arbeitsprozess entziehen. Auch auf Seiten der Schüler stießen die angewandten Methoden auf positive Resonanz, wie die Schülerbefragungen und die beobachtete hohe Motivation (insbesondere beim Partnerpuzzle in Kombination mit der Rallye) belegen.

Die Untersuchung der vier WELL-Methoden ergab kurz gefasst folgendes Ergebnis: Das Partnerpuzzle stellt ein praktikables, wenig aufwendiges Verfahren dar, mit dessen Hilfe sich Schüler neues Wissen aneignen können. Ebenso problemlos in der Vorbereitung und im Ablauf zeigte sich das Partnerinterview, mit dem Schüler (wie Lehrer) den aktuellen Lernstand ermitteln können. Die Strukturierte Kontroverse ist nicht für den Grammatikunterricht geeignet. Stattdessen lassen sich ausgehend von literarischen oder Sachtexten konträre Positionen und Perspektiven entwickeln. Allein beim Lerntempoduett zeigten sich größere Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Aufgrund des mehrfachen Partnerwechsels und der hier fehlenden zeitlichen Vorgabe entstand in der Klasse erhebliche Unruhe. Verstärkt wurde dies durch die räumliche Enge und den Mangel an Ausweichmöglichkeiten bei einer Klassenstärke von 25 bzw. 27 Schülern.
Abschließend muss festgehalten werden, dass die Methoden in beiden Klassen zum ersten Mal zum Einsatz kamen und sie, um einen erfolgreichen Verlauf zu gewährleisten, ohne Zweifel mehrfach angewandt und trainiert werden sollten, damit sich die Übergänge zwischen den verschiedenen Arbeitsphasen einspielen und sich die nötige Routine nicht nur bei den Schülern, sondern auch beim Lehrer im Umgang mit den verschiedenen, unterschiedlich aufwendigen kooperativen Unterrichtsverfahren einstellen kann.
Dann aber bieten die WELL-Methoden,

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