Bedingungsfaktoren des Bildungs(-miss)erfolgs von Schülern mit Migrationshintergrund im Régime professionnel für Gesundheitsberufe

by Winandy Nadine Patricia

lundi 6 août 2018/Catégories: Travail de candidature, Branches, Psychologie

Die vorliegende quasiexperimentelle Untersuchung wird im Lycée Technique pour Professions de Santé durchgeführt. Die Stichprobe umfasst insgesamt 295 Schüler der beiden Ausbildungszweige – Krankenpflegehelfer und pharmazeutischer Assistent – des Régime professionnel, wobei 216 Schüler zu jenen mit Migrationshintergrund gehören.

Die Datenerhebung erfolgt anhand von Selbstberichten in Form von Fragebögen mit vorgegebenem Antwortformat während des Schuljahres 2015/2016. Dieser wird aus mehreren Skalen, welche den wissenschaftlichen Gütekriterien entsprechen, eigenständig konstruiert.

Die Hauptziele bestehen darin, herauszufinden, ob Schüler mit Migrationshintergrund stärker bildungsbenachteiligt sind als Schüler ohne Migrationshintergrund (bei ähnlichem sozio-ökonomischen Status), da Schüler mit Migrationshintergrund per Definition zu den Bildungsverlierern gehören. Dies konnte in dieser Studie bestätigt werden. Zudem sollen Bedingungsfaktoren (z.B. primäre Effekte ethnischer Herkunft, sprachliche Barrieren, Schulentfremdung, Bildungsaspirationen, Ressourcen, individuelle Faktoren, Wohlbefinden, Peergruppe, usw.), welche etwaige Unterschiede erklären, spezifischer analysiert und deren prädiktiven Wert für Bildungserfolg bei Schülern mit Migrationshintergrund erforscht werden.

Die Auswertungen zeigten, dass die Eltern der Schüler mit Migrationshintergrund stärker ausgeprägte Bildungsaspirationen haben, ihre Kinder aber weniger unterstützen und ein geringeres ökonomisches- und kulturelles Kapital als deren einheimische Mitschüler haben. Schüler mit Migrationshintergrund haben einen höheren Bildungserfolg, je stärker ihre Selbstwirksamkeit, ihr Wohlbefinden in der Schule, die Unterstützung der Lehrer und je positiver die Einstellung der Peers eingeschätzt werden. Weitere Zusammenhänge konnten nicht signifikant bestätigt werden. Die multiple lineare Regression gab zudem Aufschluss darüber, welchen Vorhersagebeitrag die einzelnen Bedingungsfaktoren für den Bildungserfolg der Schüler mit Migrationshintergrund leisten, nur die Variablen Selbstwirksamkeit und Unterstützung der Lehrer haben einen positiven Aufklärungsbeitrag, wogegen die elterlichen Bildungsaspirationen einen negativen Beitrag aufklären. Weiter sollte geklärt werden, welche Unterrichtsform mit dem Bildungserfolg korreliert, um Handlungsmöglichkeiten für den Unterricht ableiten zu können. Es zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen der kooperativen Lernform und dem Bildungserfolg der Schüler mit Migrationshintergrund.

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