Halbgötter in Grau: Trader und Manager als tragikomische Archetypen nach klassischem Vorbild.

by Wintersdorff Bob

mercredi 8 août 2018/Catégories: Travail de candidature, Allemand

Im Zentrum dieser Arbeit stehen die beiden Dramen Top Dogs von Urs Widmer und
Erreger von Albert Ostermaier. Es wird vor allem der Typus des „Finanzmenschen“ in
seiner Eigenschaft als literarische Figur analysiert. Gemeinsamkeiten bezüglich der
Funktionsweise solcher Rollen werden aufgezeigt und außerdem werden Parallelen
zu den Figuren der griechischen Antike betrachtet. So kann man feststellen, dass der
Manager ein archetypischer zeitgenössischer Held ist, der eine Reihe von
unabänderbaren Eigenschaften beibehält, die ihn zu einer Schablone machen, die
weit über das jeweilige einzelne Drama und seine Inszenierung hinausgeht.
Bevor die Arbeit an den Texten beginnt, werden theoretische Überlegungen zum
Thema Macht angestellt und die Frage nach der Gattung der Werke und deren
Auswirkung auf den Text geklärt. Es folgt eine textimmanente und eine
hermeneutische Analyse der Primärtexte, die den Hauptteil der Arbeit ausmacht und
den Grundstein für die weiteren Betrachtungen legt. Nach dieser rein inhaltlichen
Analyse zeigt eine formale und strukturelle Analyse der Dramen Parallelen sowohl
untereinander als auch bezüglich der antiken Tradition auf. Die Rolle der Frau in den
beiden Werken wird ebenfalls analysiert. Weiterhin werden die Stücke in die
postmoderne Theaterpraxis eingeordnet. Hier werden auch Fragen nach der Tragik
und Komik noch einmal aufgegriffen und abschließend ein Exkurs zur Rezeption der
Werke angestellt.
Durch diese vielseitige Betrachtungsweise kann belegt werden, dass die analysierten
Texte Teil einer zeitgenössischen Tendenz sind und es sich bei ihnen nicht nur um
eine vorübergehende Modeerscheinung, sondern eine konsequente Weiterführung
einer kulturhistorischen Tradition handelt, in die sie sich bewusst einordnen.

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