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Gender als Analysekategorie und Verortung im Erzählwerk Bodo Kirchhoffs.

by Hagen Pia

Die Arbeit „Gender als Analysekategorie und Verortung im Erzählwerk Bodo Kirchhoffs. Vornehmlich dargestellt am Beispiel der  Erzählung „Erinnerungen an meinen Porsche“ und der  Kurzgeschichtensammlung „Ferne Frauen“.“ setzt sich mit der Genderthematik auseinander. Es werden sowohl Repräsentationsformen als auch deren räumliche Organisation untersucht.

Verortete Fluchten. Die verspäteten Lebensentwürfe des Altphilologen Raimund Gregorius, abgebildet in dem Roman „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier.

by Christnach Jeff

In der vorliegenden Arbeit „Verortete Fluchten. Die verspäteten Lebensentwürfe des Altphilologen Raimund Gregorius, abgebildet in dem Roman „Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier." soll es vor allem darum gehen, entsprechend der konzeptuellen Ankündigung im Titel , die Fluchten des Protagonisten zu verorten, d.h. die bedeutendsten Schauplätze des Romans Bern, Lissabon, Coimbra, Finisterre, Salamanca und den Nachtzug als Ort genauer zu untersuchen, um dabei nähere Informationen über den Protagonisten, eventuell auch über den Autor und über den Roman im Allgemeinen zu gewinnen. Dabei werden Reise, Flucht und Zuflucht jeweils als existentielles Format schlechthin ins Bewusstsein gehoben, die kulturellen Referenzen als zuweilen ambivalente Orientierungen eingesehen, die Leben und Lebensslauf in ihren räumlich-zeitlichen Organisationsformen spiegeln und widerspiegeln. Das zeitliche Prinzip entfaltet sich in den lokalisierten Ereignissen. In Anlehnung an das „Chronotopos"-Konzept des russischen Literaturwissenschaftlers Michail M. Bachtin, steht vor allem die Analyse des Raums im Mittelpunkt des Interesses dieser Arbeit. Eine intensive Auseinandersetzung mit den wichtigsten Örtlichkeiten, die im Roman bereist werden, führt zu näheren Erkenntnissen, welche Bedeutung diesen Örtlichkeiten im Rahmen des Romangeschehens zukommt, inwiefern die Orte Einfluss auf die Entwicklung der Identität des Protagonisten haben und inwiefern die Verortung sich als Analysekategorie eines zeitgenössischen Romans eignet.

Land und Leute entdecken und verstehen. Landeskunde in der Technikerausbildung.

by Matgen Carole

Diese Arbeit befasst sich mit dem Modul 1 Land und Leute entdecken und verstehen. Schwerpunkt: Landeskunde in der Ausbildung des Technikers und des gleichnamigen Moduls in der Ausbildung des DAP plein temps. Das anvisierte Endprodukt ist eine pädagogisch - didaktisch fundierte Überarbeitung des Modul 1 der reformierten Technikerausbildung. Das oberste Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, ein adäquates Programm sowie eine detaillierte Semesterplanung für das Modul 1 auszuarbeiten, um somit der spezifischen Sprachsituation in Luxemburg Rechnung zu tragen. Ein Nebenarm der Erkenntnissuche mündet in der Frage, ob und inwiefern Landeskunde im Bildungsplan der Technikerausbildung in Luxemburg überhaupt Relevanz besitzt.

Das literarische Werk Friedrich Schillers und Reinhold Schneiders im Spiegel ihres geschichtlichen Hintergrundes, der Epoche Karls V. (HRR) und Philipps II. von Spanien

by Claude Muller

In der folgenden Arbeit soll jeweils ein Werk der beiden Autoren Friedrich Schiller und Reinhold Schneider miteinander verglichen werden. Bei Schiller handelt es sich um dessen Tragödie „Don Karlos“ und bei Schneider um dessen historischen Roman „Las Casas vor Karl V.“. Die erste Gemeinsamkeit der beiden Romane besteht darin, dass sie in der gleichen historischen Epoche, nämlich dem 16. Jahrhundert, angesiedelt sind und ganz spezifisch einen Blick auf das Königreich Spanien unter den Monarchen Karl V. und Philipp II. liefern. Gleichzeitig darf man die Gegenwart der beiden Dichter nicht ausblenden, da sie einen großen Einfluss auf ihre Werke hatte. Schiller zeigt deutliche Denkansätze der Aufklärer, während Schneider vor allem durch die Erlebnisse im Dritten Reich geprägt wurde, wie etwa die Verfolgung der Juden. Teilweise wurde der Stoff gerade deshalb ausgewählt, weil er Parallelen zur damaligen Gegenwart aufweist (Bsp.: Versklavung der Indios - Verfolgung der Juden). Beide verwendete Stoffe basieren auf historischen Ereignissen und Fakten, weswegen außerdem die von den Autoren zu Rate gezogenen Quellen entschlüsselt warden müssen.

Erst danach kann man sich mit dem Geschichtsbild der beiden Schriftsteller befassen, was durch die jeweilige Zeit, in der sie lebten, geprägt wurde. Besonders klar ist dies in ihrer Haltung zur Religion und Kirche erkennbar, während Schiller sich von ihr abwendet, da er im Sinne der Aufklärung in ihr ein Mittel sieht, die Menschen zu unterdrücken, sucht Schneider im Christentum eine Art Zuflucht, um die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft zu verarbeiten.

 Die Verbindung zwischen beiden, dem Roman und dem Drama, besteht neben dem gemeinsamen historischen Hintergrund einerseits darin, dass die Verfasser ihre Werke benutzen, um eine Kritik an dem bestehenden System zu äußern, und andererseits darin, dass es trotz aller Unterschiede durchaus Parallelen zwischen den einzelnen Figuren gibt. Sie verkörpern ähnliche Rollen in dem entsprechenden Werk und können daher miteinander verglichen werden. Die Audienzszene, die sowohl im Drama als auch im Roman den Höhepunkt darstellt, lässt außerdem Verbindungen zwischen den beiden Publikationen herstellen. Dennoch kann man feststellen, dass abgesehen vom unterschiedlichen Ausgang der Geschichte, eine weitere Reihe an Differenzen bestehen.

Die vorliegende Arbeit zeigt folglich, dass eine ganze Reihe an Übereinstimmungen zwischen Schillers und Schneiders Werk bestehen, ohne dass Letzterer sich aktiv für seinen Roman mit Schillers Drama auseinandergesetzt oder sich gar daran orientiert hat.

„Differenzierte Herangehensweise an Literatur für junge Erwachsene im Rahmen des Modul 2 der DAP- und DT Ausbildungen“

by Colbett Anne-Marie

In der vorliegenden Arbeit „Differenzierte Herangehensweise an Literatur für junge Erwachsene im Rahmen des Modul 2 der DAP- und DT- Ausbildungen“ steht das Erstellen unterschiedlicher Arbeitsmaterialien für das Modul 2 der DAP- und DT- Ausbildungen im Vordergrund. Obwohl das Modul 2 „Zeitgenössische Problematiken entdecken und diskutieren“ einen ähnlichen Aufbau für die DAP- und DT-Klassen aufweist und ähnliche Zielsetzungen beinhaltet2, gilt es dennoch den Unterricht auf beiden Klassen differenziert zu gestalten.

Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen der DT- und DAP-Ausbildung liegt darin, dass die Schüler der DT-Ausbildung die Möglichkeit haben, nach Abschluss ihrer schulischen Laufbahn, ihre Studien an einer Fachhochschule fortzusetzen. Deshalb wird für die DT-Klassen ein sprachlich anspruchsvolleres Niveau angestrebt, als für die Absolventen der DAPAusbildung. Während bei den DAP-Schülern vor allem ein globales Textverständnis angestrebt wird, sollen die DT-Schüler eine intensivere Arbeit am Text erfahren. Dazu gehört auch das Anreißen literarischer Aspekte.

Vom Buch zum Film – Intermedialität im heterogenen Klassenzimmer. Wie Schirachs Textsammlung „Verbrechen“ beispielhaft für ein weiter führendes Textverständnis stehen kann.

by Narmina Pasqualoni

1. Objectifs de la recherche

Der gekonnte Umgang mit Texten gehört zu den bedeutendsten Fertigkeiten, die die Jugendlichen sich während ihrer schulischen Laufbahn aneignen. Sowohl beruflich als auch privat erweist sich die Kunst des Lesens und die Handhabung des geschriebenen Wortes als unerlässlich. Trotz hoher Alphabetisierungsraten in den Industrienationen lässt sich immer wieder feststellen, dass die Lernenden sich generell eher mit Texten plagen als dass sie Freude am Umgang Literatur empfinden. Es fällt ihnen zunehmend schwer, zwischen den Zeilen zu lesen, das Gelesene zu visualisieren, geschweige denn die Vorteile guter Lesefertigkeiten im Allgemeinen zu erkennen. Oft fehlt ihnen der Ansporn, sie empfinden Texte als langweilig und schlichtweg unverständlich, ihnen fehlt der geeignete Zugang in die Buchwelt.

In diesem Projekt versuche ich daher insbesondere lernschwächeren Schülern oder Schülern, die aufgrund des heterogenen Sprachhintergrundes, Schwierigkeiten mit der Fremdsprache Deutsch haben, mit Hilfe der Textsammlung „Verbrechen" und der damit einhergehenden Verfilmung, den Zugang zu literarischen Texten zu ermöglichen. Diese Arbeit soll aufweisen, inwiefern das Medium Film eine sinnvolle Ergänzung zum Buch ist. Die unterschiedlichen Perspektiven und Wahrnehmungsmöglichkeiten, die sich dabei für die Schüler ergeben, bieten Letzteren eine differenzierende Herangehensweise an den Literaturunterricht und ermöglichen ihnen so neue Annäherungsmöglichkeiten an den Text.

2. Méthodes à mettre en oeuvre

Der Ausgangspunkt allen Unterrichtsgeschehens ist bei diesem Vorgehen der Text an sich. Die Schüler erschließen dabei die für den Unterricht vorgesehenen Texte inhaltlich, indem die Lehrperson sie auf Einzelheiten in der Textgestaltung (wie z.B. Wortwahl, Andeutungen und Spannungsmomente) und Stilmittel hinweist und sie diese zu deuten lernen. Punktuell und gezielt wird dabei die Verfilmung in den Unterricht eingebunden, um zunächst spezifische Handlungsabläufe, wichtige Einzelheiten in der Erzählung und bestimmte Darstellungsverfahren zu analysieren. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Abweichungen der filmischen Inszenierung des Textes und auffällige visuelle Effekte kritisch betrachtet, woraus ein angeregtes Unterrichtsgespräch entstehen soll. Handlungsorientierte Aufgaben verbinden dabei beide Bereiche des Visuellen, so dass die Schüler erfahren, wie Filmkunst einen Zugang zum Text und zum Literaturunterricht ermöglicht.

3. Résultats escomptés

Ich erwarte mir von dieser Arbeit, mit dem Fokus auf literarischen Texten und dem Medium Film, die Motivation und das Textverständnis der Lernenden zu fördern. Unter der Berücksichtigung lernschwacher Schüler oder einer Schülerschaft, die aufgrund ihres Migrationhintergrundes der Fremdsprache Deutsch eher mit Befremden begegnet, kann diese Herangehensweise neue Perspektiven und Zugänge erschließen.

„Ich habe mehrere Seelen und mehrere Zungen“ - Mehrsprachigkeit in den literarischen Essays Yoko Tawadas

by Lehrer Lea-Sophia

Dieser travail de candidature beschäftigt sich damit, welche Rolle Mehrsprachigkeit in den Essays der Autorin Yoko Tawada spielt, die zu den prominentesten Vertreterinnen interkultureller Literatur zahlt und sowohl in ihrer Muttersprache Japanisch als auch auf Deutsch publiziert.

Dazu wird zunächst die Komplexität des Interkulturalitätsbegriffs umrissen und sein Zusammenhang mit dem Phänomen Mehrsprachigkeit erläutert, wodurch der Rahmen fur Yoko Tawadas Schreiben abgesteckt wird. Anschliesend findet eine umfassende Textanalyse statt, die drei Schwerpunkte setzt: Sie rekonstruiert Tawadas Entwicklung hin zur mehrsprachigen Schriftstellerin, untersucht, wie ihre Texte aus dem mehrsprachigen Ansatz kreativen Gewinn schlagen, und geht der inhaltlichen Auseinandersetzung mit interkulturellen Situationen nach, die Tawada vornehmlich auf ihre sprachlichen Implikationen hin untersucht. Die Grundlage dafur bilden die drei bisher erschienenen Essaybande, ergänzt um die Poetik-Vorlesungen Tawadas, die sie sich gleichermaßen mit dem Thema auseinandersetzen und damit den Werkausschnitt ergänzen.

Anhand dieser Analyse zeigt sich, wie das mehrsprachige Schreiben Yoko Tawadas biographisch hergeleitet und ihre bewusste Positionierung in der Exophonie begründet werden kann. Auch wird deutlich, wie die Autorin aus dem Spiel mit den Sprachen und ihrer eigenen Form der Übersetzung immer wieder neu Inspiration gewinnt und ihren Texten damit ihren innovativen Charakter bewahrt und Freiheit von kulturellen Setzungen verschafft. Die Interpretation von Tawadas Darstellung von Mehrsprachigkeit führt abschliesend zu der Erkenntnis, dass sie mit dem mehrsprachigen Schreiben bewusst einen Ort des 'Zwischen' wählt, der sich auf mehrere Kulturen und Sprachen gleichzeitig bezieht und es ermöglicht, Interkulturalität sowohl darzustellen als auch produktiv zu nutzen.

 

«Die Welt ist mir vollständig unbegreiflich» Zum Verlorensein des Individuums in Leben und Werk der Schweizer Autorin Annemarie Schwarzenbach

by Michelle Minden

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Auslegung der Grundthemen Einsamkeit und Verlorensein des Individuums in Leben und Werk der Schweizer Autorin Annemarie Schwarzenbach und folglich mit einigen der wichtigsten frühen Prosadichtungen, welche dieser Kategorie zugeordnet werden können.

Um näher auf spezifisch ausgewählte Werke eingehen zu können, erweist sich ein Exkurs in das Leben der Autorin in einem ersten Teil der Arbeit als unerlässlich. Hierbei geht es in erster Instanz darum, die Gründe für Annemarie Schwarzenbachs psychisch überaus labile Verfassung als Jugendliche und junge Frau aufzuspüren, um im Nachhinein zu analysieren, inwiefern sich diese im frühen Werk widerspiegeln. Dazu gehören Schwarzenbachs Außenseiterposition innerhalb der Familie, hervorgerufen durch ihre ambivalente Beziehung zur Mutter, ihr androgynes Erscheinungsbild sowie ihre Homosexualität. Auch der Skizzierung der aussagekräftigsten Stationen der Freundschaft zu Klaus und Erika Mann sowie dem erfolglosen Werben um Erika und dem daraus resultierenden Drogenmissbrauch sollen hier größere Beachtung zuteil werden. Ein knapper Abriss über die Generation der Jeunesse dorée sowie Schwarzenbachs Aufenthalte in Paris und Berlin sollen gleichsam Erwähnung finden. Aus dieser von Orientierungs- und Tatenlosigkeit durchtränkten Zeit ergeben sich ferner die Gefühle des Versagens sowie das Nutzen des Schreibens als Eskapismus, die näher beleuchtet werden, um auf den weiteren Verlauf der Arbeit, der darin bestehen wird, die Schwarzenbachschen Protagonisten als Repräsentanten bzw. Spiegelungen der inneren Einsamkeit der Autorin zu entlarven, vorzubereiten. Die ergiebige Recherche wird durch die gesamte Arbeit anhand aussagekräftiger Auszüge aus der Briefkorrespondenz zwischen Annemarie Schwarzenbach und den Mann-Geschwistern, Klaus und Erika, untermauert.

Im zweiten Teil des Travail de candidature soll Schwarzenbachs Subjektivität des Schreibens anhand diverser Parallelismen zwischen ihrem Leben und ihren fiktiven Figuren nachgewiesen werden. Diesbezüglich erweist es sich als unumgänglich, autobiografische Spiegelungen zu entschlüsseln und diese zu analysieren. Inwiefern sich Schwarzenbach des Prinzips der Maskerade, der Verschleierung bzw. der Camouflage bedient, wird anhand ausgewählter Prosa deutlich.

Die frühen Werke Eine Frau zu sehen, Freunde um Bernhard, Lyrische Novelle sowie Flucht nach oben sind nicht nur chronologisch aufgelistet, sondern weisen gleichzeitig eine Evolution im Schreibstil Schwarzenbachs auf. Somit wird aus dieser Arbeit hervorgehen, dass Schwarzenbach von einer offenen, recht freizügigen und unverschlüsselten Ausdrucksweise progressiv zu Verschleierungstechniken übergeht, um sich selbst gewissermaßen in ihren Figuren mitzuschreiben. Nach der Analyse der einzelnen Werke, auf die je nach Thematik gemäß eines jedem einzelnen Werk angepassten Analysemechanismus eingegangen wird, wird deutlich werden, dass Schwarzenbach im Laufe der frühen Jahre aus diversen Gründen zum Camouflage- Prinzip griff.

 

„Wanns du eppes kanns”, vermeintlich flektierende Konjunktionen im Luxemburgischen

by Humbert Adrienne

Diese Arbeit setzt sich mit dem unter der Bezeichnung complementizer agreement oder flektierende Konjunktionen bekannt gewordenen Phänomen auseinander. Angestrebt wird die Dokumentation dieser Erscheinung, die den Weg zumindest in der 2. Person Singular in eingeleiteten Nebensätzen in die Grammatik gefunden hat. Während das Deutsche ohne s in dem Beispiel Sag mir, ob du kommst, auskommt, ist die Schreibung und Artikulation von zwischen der Konjunktion und dem Pronomen im Luxemburgischen obligatorisch: So mir ob s de kënns. Der Forschungsstand liefert die Erkenntnis, dass sich zwischen Konjunktion, weiteren Nebensatzeinleitern und andere Personalpronomen ebenfalls Laute infiltrieren. Dass dies zum Teil mit einer gewissen Kongruenz zu dem immanent folgenden Pronomen oder Nomen erfolgt, gilt als Indiz dafür, dass sich flektierende Konjunktionen im Luxemburgischen bereits weiter als im Bairischen oder Friesischen entwickelt haben. Eine über google erschlossene Belegsammlung gilt als Basis zur Dokumentation, Untersuchung und Vervollständigung des Phänomens. Am Leitfaden einer Arbeit von K. RINAS, die sich mit Instrumenten der Pädolinguistik, Morphosyntax und Morphophonologie zur Klärung des Themas auseinandersetzt, werden flektierende Konjunktionen im Luxemburgischen untersucht. Die Auseinadersetzung mit phonologischen Prozessen klärt die Genese flektierender Konjunktionen. Der Zwischenstatus des Luxemburgischen als eine Mischsprache, die sowohl wort- als auch silbensprachliche Tendenzen aufzeigt, begründet, weshalb es zu Fehlsegementierungen im Luxemburgischen kommt. Die oftmals silbensprachlich motivierte Fehlsegmentierung steht an der Basis der Schwierigkeiten, die Sprecher und Schreiber bei der Zuweisung der vom Verb abgetrennten Klitika vorfindet. Es kommt zur Reanalyse der abgetrennten Endungen, d.h. sie werden in ihrer Zugehörigkeit oder Funktion uminterpretiert.

Das Einbeziehen der Syntax soll bergründen, dass keineswegs nur Konjunktionen betroffen sind, sondern alle Wortarten betroffen sind, die den Schluss eines Nebensatzeinleiters bilden. Die Untersuchung der Syntax hinsichtlich der Verbstellung weist auf eine mögliche, neue Funktion des Klitikons hin. Gerade nach nebenordnenden Konjunktionen wird in Verbindung mit Modalverben ersichtlich, dass s einen signifikant distinktiven Charakter inne hat. Der anschließende Versuch der Erstellung eines vollständigen Flexionsparadigmas stellt fest, dass eine Tendenz zur Flexion im status nescendi zwar dokumentierbar, aber noch mangels eines vollständigen Paradigmas nicht vollendet ist. Im Abschluss wird der Vorschlag geleistet, aus pragmatischen und didaktischen Motiven neben dem Pronomen du ein weiteres Pronomen sdu, das in eingeleiteten Nebensätzen seine Funktion findet, in der Grammatik aufzunehmen.

Uwe Timms„Der Mann auf dem Hochrad“

by Schiltz Nadine

In der vorliegenden Arbeit steht zunächst die Analyse des Romans „Der Mann auf dem Hochrad" im Vordergrund. Unter Berücksichtigung der einzelnen Figuren wird in einem ersten Schritt der Frage nachgegangen, welche Bedeutung dem Fortschritt zukommt. Es wird festgestellt, dass das Hochrad, Dingsymbol und Leitmotiv der Entwicklung, die Einstellung und Verhaltensweisen der Personen beeinflusst, sie aber auch widerspiegelt. Dabei bezieht sich der Fortschritt in erster Linie auf das Individuum und wird weder reflektiert noch diskutiert. Verdeutlicht wird er z.B. an den beiden weiblichen Figuren, die Ansätze einer (affektiven) Emanzipation zeigen. Ein weiteres Thema ist die Ästhetik (des Hochrads), der sich der männliche Protagonist Franz Schröter verschreibt. Zudem wird ein Bild des politischen Fortschritts gezeichnet. Die technische Entwicklung wird dargestellt am Beruf der Hauptfigur: Schröter wird als Tierpräparator neue Methoden entwickeln und den ausgestopften Tieren eine auffällige, weil ungewöhnliche Lebendigkeit und Natürlichkeit schaffen.

Wichtigstes Stilmittel des Romans ist der Humor, mit dem zugleich eine kritische Distanz und ein Beteiligtsein des Lesers ermöglicht werden. Dabei handelt es sich um eine sprachliche, situative und Charakterkomik. Ferner wird sich mit den unterschiedlichen Erzählebenen befasst. In der Tat lassen sich in „Der Mann auf dem Hochrad" immer wieder reale Einschübe finden, so dass nicht nur Fiktion und Realität verbunden werden, sondern auch die Identitäten von Schriftsteller und Ich-Erzähler stellenweise eins zu werden scheinen.

Im zweiten Teil der Arbeit wird die Behandlung des Romans im Klassenraum präsentiert und analysiert. Ausgangspunkt ist dabei der konstruktivistische Ansatz. Die im ersten Teil vorgestellten Ergebnisse dienen als Basis. Es wird eine Sinnzuweisung und Sinnentnahme durch den Lernenden stattfinden, die zu einer interaktiven Bedeutungsaushandlung führen soll. Auf Anknüpfungspunkte an die eigene Lebenswirklichkeit wird Wert gelegt.

Fehlerkultur und Fehlerkorrektur – Zur Bedeutung des Fehlers im Deutschunterricht als Fremdsprache

by Cynthia Recken

Obwohl sich die Fehlerkultur in den vergangenen Jahrzehnten dank des Konstruktivismus verändert hat, so ist der Begriff „Fehler“ im heutigen Alltag und in unserer Gesellschaft noch immer negativ konnotiert. Er stellt für viele einen Ausdruck des persönlichen Versagens dar, beziehungsweise legt den Fokus auf die noch nicht erworbenen Kenntnisse. Dies führt häufig zu Frustration und kann auch mit sich bringen, dass man die Lust am Erlernen neuen Wissens oder neuer Fähigkeiten verliert. Ziel der Arbeit ist es, den Schülern aufzuzeigen, dass ein Fehler als positiv angesehen werden kann. Sie sollen lernen, dass er zum einen ein Zeichen dafür sein kann, dass man sich, laut Astolfi, in einem Lernprozess befindet, dass man die neu erworbenen Kenntnisse lediglich noch nicht perfekt beherrscht. Zum anderen sollen sie die Angst davor verlieren, Fehler zu machen, und erkennen, dass man diese konstruktiv nutzen kann, um sein Wissen zu erweitern. Wichtig ist hierbei, dass sie zunehmend an Eigenständigkeit gewinnen und das Erlernen der deutschen Sprache nicht mehr als Hürde in ihrer schulischen Ausbildung ansehen, sondern als Chance, die ihnen die Mehrsprachigkeit auch im späteren Berufsleben bieten kann.

Im theoretischen Teil der Arbeit werden zunächst einzelne sprachwissenschaftliche Theorien und ihre Ansicht bezüglich des Fremdsprachenlernens dargelegt. Daraufhin folgt eine kurze Darlegung der Sprachsituation hier in Luxemburg, da diese meines Erachtens nach einen erheblichen Einfluss auf den DaF-Unterricht hat. In einem weitern Punkt wird dann detaillierter auf den Fehlerbegriff und vor allem die unterschiedlichen Fehlerursachen eingegangen. Letztere sind von besonderer Bedeutung, da sie dem Lehrer die Möglichkeit bieten, den Lernprozess der Schüler besser zu verstehen, um sie daraufhin gezielter beim weiteren Spracherwerb unterstützen zu können.

Im zweiten Teil der Arbeit geht es darum, wie man den Schülern die eventuell bestehende Angst vor Fehlern nehmen kann und wie man sie dazu bringen kann, sich intensiver mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen und aus ihnen zu lernen. Die Schüler sollten im Rahmen des Projektes eine Art „Fehlerkartei“ anlegen, in der die wichtigsten Fehler festgehalten wurden. Die fehlerhaften Schüleräußerungen wurden analysiert und bezüglich der Fehler, die auf die Interferenz mit dem Französischen zurückzuführen sind, wurden Übungen erstellt, die auch andere Schüler zu einem späteren Zeitpunkt nutzen könnten. Diese Übungen, die sich im Anhang befinden, können individuell angepasst und erweitert werden und werden in Zukunft vor allem frankophonen Schülern dabei helfen, größtenteils eigenständig an ihren Schwächen zu arbeiten oder gegebenenfalls sogar neue Strukturen zu erlernen.

Heimat als Referenz und Kriterium identitärer Repräsentation bei Ingeborg Bachmann

by Nathalie Wick
Das Motiv der Heimatlosigkeit stellt eine Problemkonstante im Bachmannschen Werk dar. Als Leser stößt man unentwegt auf gesellschaftliche Außenseiter, die ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Heimat aufweisen und nicht in der Lage sind, sesshaft zu werden. Die Ursachen dieser Entfremdung sowie die Folgen dieses Identitätsverlustes werden in dieser Arbeit ergründet. Im Zentrum dieser Erörterung stehen die verschiedenen Vorstellungen von Heimat und die unterschiedlichen Identitätsmöglichkeiten, die von der Autorin fiktional gestaltet werden. Bachmanns erster Prosaband Das dreißigste Jahr bildet die Textgrundlage der vorliegenden Arbeit. Vereinzelte Verweise auf ihr Spätwerk sowie die Einbeziehung ihrer eigenen Biographie sind jedoch unumgänglich.
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