Die Unterschiede zwischen der Unterbringung in einer Pflegefamilie, der Aktivität der Tageseltern und der Adoption

Obwohl die Hauptmotivation in den drei Szenarien vor allem darin liegt, das Wohl des Kindes zu gewährleisten, gibt es doch erhebliche Unterschiede.

Die Pflegefamilie

Es handelt sich um die Unterbringung eines oder mehrerer Kinder, tagsüber oder Tag und Nacht, in einer Familie, die nicht die biologische Familie ist. Die Pflegefamilie muss eine Genehmigung vom Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse besitzen. Es handelt sich in den meisten Fällen um eine vorübergehende Trennung auf Vollzeit- oder Teilzeitbasis. Es geht nicht darum, die ursprünglichen Eltern zu ersetzen. Der Zweck dieser Aufnahme ist auf der einen Seite, sich um ein Kind mit psychosozialen Belastungen zu kümmern, und auf der anderen Seite, den biologischen Eltern die Möglichkeit zu geben, an ihren elterlichen Fähigkeiten zu arbeiten und auf eine mögliche Rückkehr ihrer Kinder hinzuarbeiten.

Diese Unterbringung ist freiwillig, wenn er auf Antrag und mit Zustimmung der Eltern erfolgt. Die Eltern behalten die Möglichkeit die Unterbringung in einer Pflegefamilie und auch die Rückkehr des Kindes zu seiner biologischen Familie in Zusammenarbeit mit der Kinderhilfe zu organisieren.

Die Unterbringung ist juristischen Ursprungs, wenn sie durch den Jugendrichter beschlossen wird, und wenn er der Auffassung ist, dass eine solche Maßnahme notwendig ist.

Die Unterstützung durch "Tageseltern"

Diese Unterstützung erfolgt durch die regelmäßige und bezahlte Betreuung minderjähriger Kinder im Haushalt der Betreuungsperson, tagsüber oder auch in der Nacht. Diese Aktivität erfolgt auf unabhängiger Basis und wird durch einen Aufnahmevertrag geregelt. Es handelt sich um eine Betreuungslösung, die von der biologischen Familie mit den Tageseltern abgesprochen wird und während der Arbeitszeiten der Eltern stattfindet. Die Betreuungsperson muss ebenfalls eine Genehmigung vom Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse besitzen.

Dieses Betreuungsmodell bietet viel Flexibilität für die Eltern hinsichtlich des Stundenplans. Der Betreuungszeitraum kann auch kontinuierlich sein und Tag und Nacht stattfinden, wobei die maximale kontinuierliche Betreuungsdauer von 3 Wochen nicht überschritten werden darf.

Oft endet diese Form der Betreuung, sobald das Kind alt genug ist um in die Schule zu gehen, da es hierfür dann andere Betreuungsstrukturen gibt, wie z.B. die Maisons Relais.

Die Adoption

Die Adoption ist eine soziale und rechtliche Maßnahme für den Schutz des Kindes. Die Adoption wird durch das Gesetz vom 13. Juni 1989, welches die Adoptionsregelung neugestaltet, geregelt. Gemäß Artikel 343 dieses Gesetzes kann eine Adoption nur dann stattfinden, wenn es hinreichende Gründe gibt und wenn sie Vorteile für den/die Adoptierte(n) hat.

In Luxemburg gibt es zwei Formen der Adoption: die vollständige Adoption ("adoption plénière") und die einfache Adoption ("adoption simple").

Die vollständige Adoption

Für luxemburgische Staatsangehörige kommen nur verheiratete Paare für eine vollständige Adoption in Frage. Das adoptierte Kind muss unter 16 Jahre alt sein und die Adoptierenden müssen mindestens einerseits 25 Jahre und andererseits 21 Jahre alt sein. Sie müssen wenigstens 15 Jahre älter als das zu adoptierende Kind sein.

Die vollständige Adoption ist unwiderruflich und ersetzt das ursprüngliche Abstammungsverhältnis.

Die einfache Adoption

Die einfache Adoption löst die Abstammung von der Herkunftsfamilie nicht auf, aber das adoptierte Kind erwirbt in seiner Adoptivfamilie die gleichen Erbrechte wie eheliche Kinder, ohne jedoch zum Pflichterben gegenüber den Ahnen des Adoptierenden zu werden.

Die einfache Adoption kann im Falle eines schwerwiegenden Grundes widerrufen werden.